BRECHT-LOS
Szenische Lesung über 3 Frauen vorgestellt von Angelika Warning
„Wer für Brecht arbeitet, arbeitet nicht unter 24 Stunden am Tag!“ – so die Schriftstellerin Elisabeth Hauptmann, eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen Brechts. Sie ist eine der zahlreichen Frauen, die im Schatten berühmter Männer gearbeitet und dabei ihr eigenes künstlerisches Schaffen zurückgestellt hat. Jahrelang ist sie maßgeblich an der Entstehung seiner Stücke beteiligt gewesen. Heute kennt kaum jemand ihren Namen. Auch die Schauspielerin und Regisseurin Ruth Berlau sowie die Dramatikerin Marieluise Fleißer sind in ihrer künstlerischen Entwicklung durch die Begegnung mit Brecht geprägt worden.
Und so unterschiedlich ihre Beziehungen zu Brecht auch gewesen sind, so verbindet diese drei unterschiedlichen Frauen die Frage nach ihrem Selbstverständnis als Frau und Künstlerin, der Widerspruch zwischen dem Willen zum eigenen Erfolg und einer selbstzerstörerischen Verweigerung dessen.
Für die Stimmen dieser drei Frauen hat die zeitgenössische Autorin Christina Khanji einen poetischen Rahmen geschaffen, der die Brücke in unsere Gegenwart und damit auch zur anhaltenden Feminismusdebatte schlägt: "Wenn am Ende eines Lebens die Frage sich stellt, warum habe ich mich unterworfen, dann will ich nicht antworten, die anderen haben es so gewollt; auch will ich Schuld nicht feststellen, sondern das Allgemeine, das Menschliche und mich gnädig entlassen, damit das Bedauern erträglich wird."
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